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Geschichte

der Falknerei (Beizjagd) in der Schweiz





In der Schweiz hat die Falknerei wahrscheinlich nie die Rolle gespielt, die ihr in den umliegenden Ländern oder im arabischen Raum zukam. Meist sind es Belege aus Archiven, oder künstlerische Darstellungen welche Hinweise auf die Beizjagd hierzulande geben.

Zitiert sei in diesem Zusammenhang A. Lutz in seinem 1963 entstandenen Werk zur Zürcher Jagd: „Das Rats- und Richtbuch vom Jahre 1454 stellt uns Junker Heinrich Escher vor. Er schritt an einem Abend, den Habicht auf der Faust, das Zürcher Niederdorf hinunter. Vor dem Hause Jeckly Meyers blieb er stehen und betrachtete sich den Tanz einer Gruppe junger Handwerksgesellen. Da schlug ihm der Vortänzer, Ulrich Hüssinger, aus Unachtsamkeit den Vogel von der Faust. Junker Escher fluchte und schlug mit der Faust auf den Gesellen, was ihm schliesslich vor dem Rat eine Busse eintrug.“
Interessant in diesem Zusammenhang ist, wer den Vogel trug und dass um dessen Wert ein Streit entbrannte. Denselben Quellen ist zu entnehmen, dass die Beizjagd auch auf dem Gebiet der heutigen Schweiz bis Ende des 18. Jahrhunderts der herrschenden Oberschicht und dem Klerus vorbehalten war. Entsprechend rigoros waren denn auch die Strafen bei Nichtbeachten dieses Vorrechts.
Nicht nur die Ausübung der Beizjagd ist belegt, auch der Beizvogelfang spielte in einigen Regionen der Schweiz eine wichtige Rolle. Zitiert sei wiederum A. Lutz: „ Der Beizvogelfang im Winterthurer Wald wurde in der Folge vom Landvogt auf dem Schloss Kyburg, welchem die Jagdbarkeit in jenem Gebiet gehörte, an einzelne Bürger der Stadt Winterthur verpachtet. Sie trugen dann, mit Attestaten des Landvogtes ausgerüstet, ihre Jungfalken in alle Welt. Zu den bekanntesten Winterthurer Falkenhändler gehörte Anton Mathis (1538), Sebastian Habs (1573) und Michael von Eich (1618), die mit ihren Vögeln nach Deutschland, Italien und Frankreich reisten. Noch 1640 bat der Markgraf Friedrich von Baden den Rat der Stadt Winterthur, er möge seinem Bürger Heinrich Schneider erlauben, ihm seine Falken zu verkaufen.“ Auch der Habichthandel blühte – bereits um 1470 galt ein solcher Vogel zwei Dukaten.
Ganz verlieren sich die Spuren und Quellen beim Uebergang vom Ancien Régime in die Neuzeit. Erst die erhalten gebliebenen Briefwechsel zwischen den wenigen in der Schweiz Ende des letzten Jahrhunderts aktiven Falknern erhellen dieses Dunkel wieder. Es tauchen Namen auf wie Franz Wirth, René La Roche-Ringwald., Gottfried Boesch, Willy E. Bär,Fritz Michel.
Durch sie wurde die Falknerei in der Schweiz im 20. Jahrhundert wieder zum Leben erweckt, massgebend beeinflusst durch verschiedene französische, holländische und deutsche Falkner. Mit dem durch die Anwendung von DDT bewirkten, beängstigend raschen Rückgang der Populationen des Wanderfalken, Sperbers und Habichts in den späten 50er Jahren des letzten Jahrhunderts ging bald einmal eine zunehmend negativere Einstellung der Beizjagd gegenüber einher. Immer mehr sahen sich die wenigen aktiven Falkner in ihrer Tätigkeit durch ein drohendes Verbot gefährdet. So lag es nahe, dass man sich 1963 in einer Vereinigung zusammenschloss, um gemeinsame Interessen besser und gezielter verfolgen zu können.
Auch heute, über 40 Jahre nach deren Gründung, ist der Kreis der aktiven Falkner innerhalb der Schweizerischen Falknervereinigung klein geblieben: Von den ungefähr hundert Mitgliedern sind heute etwa zwanzig aktive Falkner. Falkner, deren Beizwild sich heute zu nahezu hundert Prozent aus Rabenkrähen rekrutiert, und deren Beizvögel im Gegensatz zu früher vornehmlich aus in Gefangenschaft gezüchteten Beständen stammen.



Zürcher Relief-Ofenkachel (um 1400)